Zwei Personen stehen neben einem Lieferwagen mit der Aufschrift „www.frischebruder.de“ und sprechen miteinander auf einem Hofgelände.

Frischebrüder GmbH, Freiburg

Frischebrüder GmbH: Was man macht und wie man’s macht

Andreas und Thomas Heizmann waren bei großen Unternehmen als Führungskräfte erfolgreich. Doch die beiden hatten viele Ideen, die sie in einem eigenen Obst- und Gemüsegroßhandel verwirklichen wollten. Sie übernahmen den Arbeitgeber ihres Vaters und bauten die Frischebrüder GmbH in Freiburg zu einem erfolgreichen mittelständischen Unternehmen mit 85 Mitarbeitenden aus. Der wirtschaftliche Erfolg, so Andreas Heizmann, beruht dabei weniger auf dem, was man macht. „Noch wichtiger ist, wie man etwas macht.“

Schon seit Jahrzehnten arbeitete Egon Heizmann in einer Freiburger Konzernniederlassung für Obst- und Gemüsegroßhandel und machte bereits Pläne für den nahenden Ruhestand. Doch der damals 62-jährige wurde von seinen Söhnen Andreas und Thomas, die beide bei großen Unternehmen in Führungspositionen arbeiteten, überrascht: Sie wollten gemeinsam den Arbeitgeber des Vaters übernehmen. „Ich war sehr überrascht“, erinnert sich Egon Heizmann. „Aber vor allem war ich stolz. Sehr, sehr stolz.“

Was man verspricht, das hält man ein

Nach gründlicher Analyse und Vorbereitung gingen die beiden Brüder auf die Konzernleitung zu. Innerhalb von 14 Tagen kam die grundsätzliche Zusage. „Für einen Konzern eine unglaublich schnelle Entscheidung“, meint Andreas Heizmann rückblickend. Doch noch war nichts sicher. Die Konditionen für den Kauf mussten ausgehandelt, ein Businessplan entwickelt und ein Finanzierungspartner von der Idee überzeugt werden. Schließlich war die Übernahme im Sommer 2019 formal vollzogen und die Familie Heizmann eine Unternehmerfamilie geworden.

Zwei Personen stehen in einer Großküche neben einer Kiste mit frischem Salat und tauschen sich vor Kochgeräten und dampfenden Töpfen aus.

Auf vieles, was dann kam, waren die „Frischen Brüder“ inklusive Vater Egon gut vorbereitet. „Mit dem Businessplan haben wir versucht, möglichst alle Risiken zu erkennen und zu kontrollieren“ erzählt Thomas Heizmann (39). Nichts sollte dem Zufall überlassen werden. Bei der Übernahme half, dass die Familie in der Branche sehr bekannt war: „Sowohl für die Erzeuger als auch für die Abnehmer hatten wir den erforderlichen Stallgeruch.“ Für die Belegschaft war nicht nur Egon Heizmann eine sehr bekannte Größe: Auch die beiden Söhne hatten sich schon als Jugendliche in der Niederlassung ihr Taschengeld verdient. Dennoch musste in der ersten Übernahmephase vor allem das Vertrauen bei den Mitarbeitenden aufgebaut werden: „Was man verspricht, das hält man ein“, meint Thomas Heizmann. „Und wenn man nicht sicher ist, ob man etwas einhalten kann, verspricht man es auch nicht.“ Die Belegschaft aus 15 Nationen konnte sich auch in der Coronakrise auf die neuen Chefs verlassen: „Wir haben niemanden entlassen müssen“, erinnert sich Andreas Heizmann. „Auch Kurzarbeit haben wir nicht angemeldet.“ Aus den vergangenen Jahren seit der Gründung zieht der heute 34-jährige den Schluss: „Es kommt für den wirtschaftlichen Erfolg nicht so sehr darauf an, was du tust, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Es kommt mehr darauf an, wie du es tust.“

Heute beschäftigt das Unternehmen 85 Mitarbeitende, ist Ausbildungsbetrieb und für Erzeuger und Abnehmer ein stabiler Partner. Mut ist für den Erfolg nötig, sind sich die beiden Brüder einig, Fleiß und natürlich das Glück, das auch die Tüchtigen benötigen: „Angefangen von unseren früheren Arbeitgebern, die uns keine Steine in den Weg gelegt haben, die günstige Übernahmegelegenheit und das Vertrauen, das uns Erzeuger und Abnehmer von Anfang an entgegengebrachten, hatten wir eine Menge Rückenwind.“

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