Vier Personen sitzen an einem Tisch in einem Besprechungsraum und arbeiten gemeinsam an Laptops.

Yuri GmbH, Meckenbeuren

Yuri GmbH: All-inclusive zur ISS

Mit einem 3-D-Drucker lebenswichtige Organe herstellen? Mit Stammzellentherapien den Brustkrebs besiegen? Die Yuri GmbH in Meckenbeuren bringt vollautomatische Experimentierboxen zur Weltraumstation ISS, damit Wissenschaft und Unternehmen in der Schwerelosigkeit neue Therapieansätze für Krankheiten erforschen können. Damit hat sich das Meckenbeurer Unternehmen im internationalen Raumfahrtgeschäft als David unter vielen Goliaths erfolgreich etabliert.

So gerne würde Maria Birlem einmal vom Weltall aus auf die Erde blicken. „Was ich da sehen würde, wäre die Welt, die wir bei Yuri ein Stück weit besser machen wollen“, erzählt die Weltraumingenieurin von ihrem Traum. Sie und ihre Mitgründer hatten die Idee, der Wissenschaft und forschenden Unternehmen den Zugang zur ISS zu ermöglichen. Auf der Basis der Experimente sollen neue Therapien zum Beispiel gegen Infektionskrankheiten, neurodegenerativen Erkrankungen oder erkrankten Immunsystemen gefunden werden. Mit diesem Ansatz konnte sich die 2019 gegründete Yuri GmbH international etablieren: Die heute mehr als 30 Mitarbeitenden bereiten die modularen, vollautomatischen Experimentierboxen vor, managen alle Formalitäten, organisieren den Weltraumflug und unterstützen bei der Auswertung der Ergebnisse.

Auch durch uns ist es heute viel leichter als früher, Experimente auf der ISS durchzuführen

Forschungseinrichtungen, Raumfahrtbehörden und Pharmaunternehmen nehmen das All-Inclusive-Paket von Yuri wahr, weil dadurch die Kosten sinken. „Auch durch uns ist es heute viel leichter als früher, Experimente auf der ISS durchzuführen“, freut sich Birlem. „Aber trotz aller Erfolge sind wir im Weltraumgeschäft immer noch ein David, der sich gegenüber vielen Goliaths behaupten muss.“

Technisches Gerät in Nahaufnahme auf einem Tisch, während im Hintergrund zwei Personen vor einem Whiteboard stehen und etwas besprechen.

Bis Yuri zu einem etablierten ‚David‘ im kommerziellen Raumfahrtgeschäft wurde, waren jedoch einige Hürden zu überwinden. „Wie vermutlich bei den meisten Start-ups, machten zunächst einmal alle im Gründerteam alles“, erinnert sich Birlem an die Anfangszeit. Doch mit den ersten Erfolgen stellten sie immer mehr Mitarbeitende ein und bauten Strukturen auf. „Man wächst da rein“, weiß Birlem heute und schätzt das Leben und die Menschen in Oberschwaben. „Ein tolles Umfeld für mich und meine Familie.“ Die Personalbeschaffung jedoch, räumt die 42-Jährige ein, ist eine Herausforderung. „Meckenbeuren ist nun mal nicht Stuttgart, München oder Berlin.“ Doch nicht alle hochqualifizierten Fachkräfte möchten in der Großstadt wohnen. Für viele ist der hohe Freizeitwert und das Leben am Bodensee ein Anreiz, bei Yuri spannende Projekte zu betreuen.

Die Auftraggeber kommen aus aller Welt. Deshalb geht es bei Yuri sehr international zu: „Ich habe in den letzten Jahren viele großartige Leute auf der ganzen Welt kennengelernt.“ Von ihnen schaute sie sich den Mut ab, Risiken einzugehen, und lernte, wie aus Fehlern Innovationen entstehen können. „Lieber schnell entscheiden und, wenn nötig, später korrigieren.“

Und was ist mit ihrem Traum vom Weltall? Maria Birlem hat sich schon bei mehreren Programmen als Astronautin beworben, aber es hat bisher nicht gepasst. Doch sie gibt nicht auf: „Auch diese Idee will ich in die Welt bringen.“

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